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Martinstr. 14 - Kleine Hausgeschichte

Mein Name ist Monika Hintsches und ich wohne in Eicken auf der Martinstr. 14.

Dieses Haus habe ich gemeinsam mit meinem Mann und der Familie meiner Schwägerin im März 2002 gekauft und dann umgebaut.

 

Es ist kein prunkvolles Patrizierhaus, sondern eher immer ein Haus der kleinen Leute gewesen. Es hat mit Sicherheit während seiner Existenz viel Leid und Armut gesehen, aber auch WG´s und Partys. Auf einigen bin ich als junge Frau sogar zugast gewesen.

 

1911 gebaut und im Verlaufe seiner Geschichte mehrfach um- und angebaut, war es wahrlich ein „hässliches Entlein“. In den Kriegsjahren wurde es von einer Brandbombe getroffen wurden, so, dass der Dachstuhl völlig ausbrannte. Die Spuren dieser Brandbombe begegneten uns während unserer Umbauphase immer wieder.

 

Ende der Siebziger wurde das Haus von einem fleißigen Heimwerker mitsamt seiner Familie in mühevoller Kleinarbeit saniert mit allen Sünden der damaligen Zeit. So wurden die alten Fenster ausgebaut und durch kleine Fenster ersetzt, die Decken heruntergezogen, Stuck abgeschlagen usw. Nut- und Federbretter, sowie Rauputz der Sorte Pizzeria begegnete uns an allen Ecken und Kanten. Man hat es in dieser Zeit geschafft aus einem hellen lichten Gebäude eine dunkle Höhle zu fabrizieren.

 

Im Anbau gab es einen durch die vielen Außenmauern sehr kühlen Raum, indem der Geschichte nach eine alte Dame mutterseelenallein jahrelang vor sich hinvegetiert haben soll. Ich bekomme noch heute Gänsehaut, wenn ich daran denke.

Woran es in diesem Hause nicht fehlt sind Toiletten in allen Größen und Variationen – unsere beiden Familien können hier diverse EHEC-Attacken mühelos, jeder auf seinem eigenen Klo überstehen.

 

Heute ist das Haus mit viel Liebe und Arbeitskraft auf unsere Bedürfnisse hin umgebaut worden und siehe da: es wurde licht!

Natürlich sind wir immer noch nicht fertig, aber ich glaube, das wird man nie.

 

Noch vor zwei Jahre hat man uns für verrückt erklärt in einem Stadtteil wie Eicken eine Immobilie erworben zu haben. Das hat sich mittlerweile geändert, denn Eicken wird gerade vom Rest der Menschheit entdeckt.

Wir sind stolz hier leben zu dürfen, denn Eicken ist ein gewachsener Stadtteil mit einer sehr bunten Bevölkerung, Flair und Engagement … und davon braucht es noch viel mehr.

 

Ich kann nur darum werben sich statt in einem „Neubau-Legoland“ am Stadtrand hier in Eicken niederzulassen - also: Lott jonn!